Erinnerung an den Kirmeszug: Kleines Ulk-Spektakel und Möhrenspende

Eigentlich wollte der Hasper Heimat- und Brauchtum-Verein (HHBV) in diesem Jahr seinen 160. Geburtstag gebührend feiern. Aber, klar, die Corona-Pandemie hat dies verhindert. Am Samstag, 19. Juni, wäre normalerweise der jährliche Festzug durch die Straßen Haspes getourt. Zuvor – also am Vormittag – hätte es das traditionelle „Erbsensuppenessen“ gegeben, bei dem allerlei Auszeichnungen vorgenommen worden wären, zum Beispiel die Ehrung der Wachholderritter durch den Bezirksbürgermeister.

All‘ dieses blieb und bleibt dem Hasper Ulk-Volk vorerst noch verwehrt. Immerhin konnte unlängst schon der neue Iämpeströter, Peter vom Wege, der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der 64-Jährige ist – aus Hasper Sicht betrachtet – ein „Zuwanderer“. Er wuchs in Boele-Helfe auf. Der Vater von zwei Töchtern und Großvater von vier Enkelkindern ist indes seit Jahrzehnten im Hasper Brauchtum präsent. So hat er die sehr aktive, rund 20 Personen umfassende Kirmesgruppe „Die fröhlichen Handwerker“ mit aus der Taufe gehoben.

Obwohl am Samstag weder das Erbsensuppenessen stattfinden noch der Festzug rollen durfte, hatte Peter vom Wege einen kleinen Auftritt. Am Kirmesbauerdenkmal mitten in Haspe traf er sich – natürlich geleitet von den aktuellen Corona-Kriterien „geimpft, getestet, genesen“ – mit Kirmesbauer Michael Kröner, Wolkenschieberobermeister Fritz Gerke, den Kirmeseseln, HHBV-Vorständlern und Vertretern befreundeter Vereine, um wenigstens einen „Hauch von Ulk“ zu versprühen und daran zu erinnern, dass der Samstag eigentlich der Festzugtag gewesen wäre.

Pin und Spende

Begleitet wurde das „Mini-Ulk-Spektakel“ vor dem Torhaus von zwei weiteren Aktionen. Zum einen wurde der 2021er Kirmespin feilgeboten. Der attraktiv gestaltete Anstecker zeigt den Kirmesbauerschuh und das Hasper Wappen. Verkauft wird er für 2,50 Euro durch den HHBV auf diversen Veranstaltungen. Auch ganzjährig kann man den farbenfrohen Anstecker in Haspe erwerben – und zwar im Schreibwarengeschäft von Schweinforth an der Voerder Straße und bei Lotto Deinert, Leimstraße 46. Der Kirmespin ist, wie auch seine Vorgänger, auf 1000 Stück limitiert, von denen schon ein ansehnlicher Teil verkauft werden konnte. Der Verkaufserlös kommt im dreijährigen Turnus Hasper Einrichtungen zugute.

Zum anderen war am Samstag auch Bezirksbürgermeister Horst Wisotzki erschienen, um erstens Peter vom Wege willkommen zu heißen und um zweitens den drei Kirmeseseln und Eselsführerin Karin Thoma-Zimmermann eine Geldspende für die Futter- und Stallkosten zu überbringen. Natürlich hatte er diese Spende mit einem Bund Möhren angereichert, der ihn schnell zu einem „großen Freund der Esel“ werden ließ. Emelie (rund zwei Jahre alt), Tammi (im September zwei Jahre alt) und Emma (19 Jahre alt) ließen sich selbstverständlich nicht zweimal zum Mahl bitten.

Hoffnung auf Ende des Sommers

Was nun in diesem Jahr noch auf die Esel, aber insbesondere auch auf Peter vom Wege in seiner Funktion als Iämpeströter zukommen wird, ist schwer zu prognostizieren. HHBV-Vizepräsident Thomas Eckhoff: „Wir hoffen jedenfalls nach wie vor – im engen Schulterschluss mit dem Hagener Schaustellerverein – vielleicht am Ende des Sommers eine komprimierte Festivität auf dem Ernst-Meister-Platz durchführen zu können. Dann sollen auch die Heimatkette, der ULK-Orden und die Verdienstmedaillen verliehen sowie die Wachholderritter gekürt werden.“ Ob dies in einem angemessenen Rahmen geschehen kann, steht natürlich noch völlig in den Sternen.

(Fotos: Michael Eckhoff)